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»Wer die Fotografien von Michael Ruetz betrachtet, denkt unweigerlich an Piranesi. Wie dieser ist auch Ruetz gebannt von den Ruinen des antiken Rom. Und wie Piranesi zeigt auch er die Hinterlassenschaft der Antike so erhaben, dass wir uns wie Zwerge fühlen, die fassungslos vor der Größe eines Zeitalters stehen, ...«

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4.10.2007

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von Michael Ruetz

Rom ist ein Jurassic Parc aus Stein. Zum Eindrucksvollsten, was uns Rom zu bieten hat, gehören seine alten Aquaedukte. Wie Dinosaurier durchziehen sie die Stadt und hunderte von Kilometern weit das Umland. Ihre Überreste findet man in den modernen Wohnvierteln wie auf abgelegenen Feldern in der Campagna. Sie waren einst die Adern dieser Stadt, die Basis von Erfolg und Existenz. Quellwasser floss in den Adern, klar aus den Albaner Bergen, trübe in den Tiber und ins Meer.

Es scheint, als versteckten sich die Aquaedukte – vielleicht, um der immer massiver werdenden und finalen Zerstörung zu entgehen. Jahrhunderte hindurch bildeten sie die Steinbrüche von Rom. Waren sie einst kostbares Baumaterial, so werden heute ihre Steine wie Geröll behandelt. Sie sind noch da; ob sie in hundert Jahren noch zu finden sind, weiß keiner. Mitunter scheint es so, als wollten sie mit Trotz den Untergang von Rom aufhalten – das, was Byron 1818 schrieb, mit zäher Persistenz noch einmal Lügen strafen: »While stands the Coliseum, Rome shall stand / When falls the Coliseum, Rome shall fall / And when Rome falls – the World.«

(aus dem Vorwort des Buches "Eye on Eternity")