Werkphasen

Michael Ruetz ist mit seinen Bildern der 1968er Bewegung bekannt geworden. Der Mitstudent, Zeitgenosse und Beobachter wird zum Chronisten dieser Epoche des gesellschaftlichen und politischen Umbruchs. Damit begann ein beruflicher und künstlerischer Werdegang, der sich beständig nicht nur in seiner klaren bildnerischen Handschrift, sondern auch in seinem engen Wesensbezug zur Literatur von anderen abhebt. Von Anbeginn zeichnet sich die Auffasung, die sich in seinen Bildern zeigt, durch eine klassisch abstrakte Kompositorik aus, die das Allgemeine auf bildlicher wie inhaltlicher Ebene zu beschreiben vermag.

Mit dem Ende seiner Zeit als stern-Fotograf wenden sich die Arbeiten von Michael Ruetz von journalistischen Auffassungsweisen ab und erschließen größere Zusammenhänge. Dokumentiert ist diese Zeit in seinen Büchern u.a. über Australien, Amerika, Frankreich und Deutschland, die in Zusammenarbeit mit Verlagen wie Little Brown, Hanser oder DuMont entstanden sind. Die Nähe zum Literarischen drückt sich in dieser Zeit auch ganz unmittelbar in den photographischen Spurensuchen aus. Die Suche nach der Synthese des sprachlichen und bildlichen Ausdrucks ist im Gegenüber mit dem Werk Goethes und den Bildern, die während seiner Aufenthalte in Italien entstanden sind, besonders fruchtbar.

Im Zeitraum der letzten 20 Jahre konzentriert sich die Arbeit von Michael Ruetz vor allem auf das Thema Zeit und die sich durch Bildfolgen ergebenden Möglichkeiten der Sichtbarmachung. Das umfangreichste seiner photographischen Projekte ist Timescape. Rückgriffe auf frühere Zusammenhänge zeigen sich in den aktuellen Büchern.


Neben den aktuellen Arbeiten zum Thema Zeit werden wechselnde Bildserien aus dem Archiv auf dieser Website vorgestellt.